Samstag , 30.09.2023, Himare, Albanien
Für heute ist ein schöner Ausflug geplant, wir haben Hochzeitstag, 47 Jahre Krieg und Frieden.
Wir fahren die Küste entlang Richtung Süden. Vorbei an herrlichen Buchten, atemberaubende Ausblicke und Einblicke in das reale Leben. Auf den allmählichen Bergwiesen luken immerwieder kleine Steinkuppeln aus dem Gestrüpp, Bunker. Albanien ist gespickt damit, aus gutem Grund. In einer Bucht entdecke ich ein riesiges Metalltor. Eine U-Boot-Garage. Wäre ein gute Kulisse für den nächsten Bondfilm.
Wir durchfahren ein riesiges Tal, es erinnert uns an Citrusdal in Afrika. Weite Obstplantagen und korrekt angelegte Olivenhaine. An der Straße entlang immerwieder kleine Verkaufsstände mit heimischen Produkten, Honig, Wein, Schnaps, Obst. Die Leute betrachten uns misstrauisch , mit unserer knallroten Karre wie vom anderen Stern. Aber wenn ich Ihnen zuwinke, freuen sie sich und rufen uns, ich nehme an, nette Grüße nach.
Zwischen Saranda und Ksamil liegt ein großer See, oder Bucht. Hier werden Austern und Muscheln gezüchtet. Wir wollen zu einer alten römischen Siedlung, Butrinti. Das Navi spinnt und wir stoppen an einem Parkplatz, mit Aussichtsplattform. Ich betrete das wackelige Ding. Mittendrauf liegt ein gebrauchtes Kondom. Eine Gruppe junger Männer folgt mir und ich frage sie, ob hier was vergessen haben, ich zeige auf das Kondom. „Nein, nein, das waren wir nicht, ich will das gar nicht anschauen“ . Es sollte ein Witz sein, aber die jungen Kerle sind peinlich berührt. Ich sag dann nix mehr und wir fahren weiter.. Die römische Siedlung ist leicht zu finden. Viele Reisebusse parken davor. Das Weltkulturerbe ist mäßig interessant, zudem es auch weitgehend ungepfegt wirkt. Sicherlich sind wir verwöhnt, die Saalburg in der Nähe und Pompei haben wir auch schon gesehen. Die jungen, denen das Kondom nicht gehört sind auch hier und machen höflich einen Bogen um mich.
Wir fahren nach Ksamil. Horst sucht ein bestimmtes Steakhouse. Der Strand von Ksamil ist zugestellt mit Sonnenliegen und Schirmen. Außerdem einige abgetrennte VIP Bereiche mit Balibetten und Sektkühlern. Hier trifft sich die Schickimicki Gesellschaft. Einige sehr hübsche Mädels mit schicken textilarmen Badeoutfits, andere in Öl eingelegte Schwergewichte, dazu fallen mir nur die Toten Hosen ein, „ schieb den Wal zurück ins Meer“ am türkisblauen Horizont liefern sich einige Jungs ein Waterscooter-Rennen. Ich mache keine Fotos.
Wir finden das Steakhouse, geschlossen. Mist. Gegenüber bietet man Lammkoteletts an. Das nehmen wir, es war sehr lecker. Geplant war noch ein Abstecher nach Saranda, das schenken wir uns. Wieder 1 1/2 h die Küstenstraße entlang. Horst genießt die Kurven, ich kralle mich fest. Zur Belohnung wird dann der Mustang per Hand gewaschen, innen und außen, für ca 9 €. Autoreifen werden hier übrigens nachhaltig entsorgt. Man baut sie in die Randstreifen der Landstraße ein, befällt sie mit Erde, das Grün wächst dann von alleine. Wie immer latschen Schafe Pferde, Kühe, Ziegen und Esel auf der Straße rum.
Im Hotel quatschen wir noch ein bisschen mit Freddy. Er arbeitet für Vodafone und ist Herr über 95 Sendemasten Er muss immer erreichbar sein.
Zum Abendessen latschen wir zur Promenade. Wir entscheiden uns heute mal für die zweite Reihe. Gute Wahl. Ein kleines Fischrestaurant soll’s sein. Am Nebentisch unterhält sich ein Pärchen und ich erkenne der australischen Akzent. Ich quatsche ihn an und wir unterhalten uns. Die junge Frau fragt mich nach einer geraumen Weile, woher wir denn kommen, ich hätte auch so einen Akzent. Ja, Deutschland, Heiterkeit kommt auf, sie ist aus Köln. Immerwieder das selbe, vier Leute unterhalten sich, drei Deutsche und ein Englisch sprechender. In welcher Sprache redet man? Da kommt noch das Pärchen, das auch in selben Hotel wohnt, wie wir. Es wird ein sehr lustiger Abend, incl Absacker an der Strandbar.
Gute Nacht Himare





































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