Dienstag, 16. Juli 2019


Folge 9

Im Spätherbst steht plötzlich Vincenzo vor der Tür. Ich bin völlig eiskalt erwischt worden und stelle ihn meinem Chef als guten Freund aus Italien vor. Mein Chef, der nicht aufgegeben hat mich zu begrabschen, ist sichtlich erschrocken über dieses Testosteronpaket. Er gibt mir spontan frei. So verbringe ich ein heißes Wochenende mit meinem italo lover.
Am Montag fragt die Chefin, warum der Alte so schlecht drauf ist. Keine Ahnung. Sie war wieder das ganze Wochenende unterwegs. Aber sie macht Umsatz.
An Ostern bin ich wieder am Gardasee. Im Hotel von Mama. Die darf aber nicht wissen, dass ich was mit ihrem Sohn habe. Ein prickelndes Versteckspiel, es macht richtig Spaß.
Vincenzo ist sehr aufmerksam und liebevoll. Da er erst spät aus der Küche kommt, ist er oft sehr müde, da gehen wir nicht so oft aus. Er kommt dann leise in mein Zimmer geschlichen und wir knuscheln die ganze Nacht. Herrlich.
Er achtet aber auch darauf, dass es mir nicht fad wird. Er schickt mich in die Oper von Verona. Da bleibt einem die Luft weg, so schön kann klassische Musik sein. Die Bustouristen sitzen meistens auf den teuren Plätzen. Unten im Parkett sogar rotsamtene Sessel, weiter oben sind es dann Klappstühle. Ich habe einen Platz auf den aufgeheizten Steinstufen. Beim Volk, Popolo. Hier sitzen vorwiegend Italiener, Einheimische. Die erscheinen hier mit vollen Picknickkörben und Wein. Sie sind alle sehr nett und laden mich auch auf ein Gläschen und ein paar Trameccinis, Sandwiches, ein. Eine kippt mir ihr volles Glas Wein von hinten ins Genick, macht nix, is ja noch mehr Wein da.
Als der Kapellmeister die Arena betritt wird es still und alle zünden eine mitgebrachte Kerze an. Gänsehaut. Der Meister begrüßt den ersten Geiger und dann geht es los.
Die Italiener sind seht textsicher und singen alle Arien mit. Jeder ein kleiner. Caruso oder eine Callas. Auf der Bühne ist das Hauptspektakel, um mich herum sind die vielen kleinen Bühnen mit ihren jeweiligen Hauptdarstellern. In der Pause wir dann vor der Arena und auf den Toiletten weiter geprobt. Nach der Oper geht es zum Essen. Rund um die Arena gibt es ein Anzahl Restaurant mit Tischen und Stühlen davor. In jedem dieser Restaurants wir ein großer Tisch für das Ensemble freigehalten. Nach einer gefühlten Ewigkeit erscheinen die Künstler dann und alle erheben sich und klatschen nochmal laut Beifall. Welches Restaurant sie dann tatsächlich wählen, weiß niemand im Voraus. Hat man Glück, Sitz man dann direkt neben Carmen oder Aida samt ihrem Pharao.
So gegen 3 Uhr in der Nach löst sich das Ganze dann auf. Die hartgesottene gehen jetzt noch mal tanzen. Ich muss ins Bett.

Es sind oft Busgruppen in der Villa und Vincenso verhandelt mit den Busfahrerern, dass die mich mitnehmen. So lerne ich die Umgebung auch gut kennen. Italien gefällt mir immer besser.
Zurück im Hintertaunus fragt mich mein Chef, ob ich den Itaker noch habe. Was geht das den an. Ich erzähl das der Chefin, die stutzt . Jetzt wisse sie, warum der so scheisse drauf ist, er hat schon von Anfang an ein Auge auf mich geworfen, das wusste sie, auch das mit der Messe und dem Hotel, schließlich mache sie Buchhaltung, hahaha. Sie kennt aber auch seine körperlichen Schwächen und hat sich daher keine ernsten Gedanken gemacht. Ich soll doch bitte weiterhin gute Miene zum Spiel machen und ihr den Rücken freihalten. Es wäre ja wohl auch in meinem Interesse den Laden zu halten.  Na gut, mach ich.
Ich kann den nächsten Urlaub kaum erwarten.
Am Gardasee gibt es Neuigkeiten. La Mama ist krank und die Kinder bewirtschaften das Hotel in eigener Regie. Diesmal fahr ich mit meinem Auto, da ich über München fahre und mit Chef und Chefin einen Abstecher auf das Oktoberfest mache.
Oktoberfest ist toll. Alle Menschen in Tracht.  Herausgeputzt, mit allen Assessors. Hütchen, Schirmchen, Kettchen, Täschen, Schuhchen, Strümpfchen. Der Rocksaum ist bei einigen bedenklich hochgerutscht, man kann die Ansätze der halterlosen Strümpfe sehen, Skandal. Wir sind von einem namhaften Trachtenhersteller eingeladen und haben eine Loge im angesagtesten Bierzelt. Viele Prominente sind da, unglaublich. Und ich mittendrin. Die saufen wie die Pferde, ich wusste nicht, dass so viel Flüssigkeit in einen Menschen reingeht. Ich kann das nicht, mir ist schlecht, das Dirndl viel zu eng, alles zu laut, ich kann nicht mehr freundlich sein, wenn mich einer anlangt. Die Cheffin merkts, komm mal mit, ich muss auf die Toilette. Sie schleppt mich raus und fragt, was los ist. Ich sag’s ihr. OK, pass auf, Du kotzt jetzt das ganze Bier raus, dann gehts besser.- Hää. Aber zach zack hat sie mich in eine Kabine gezerrt. Steck Dir den Finger tief in den Hals, Hä? Ich den Finger in den Mund, sie packt mich von hinten und drückt mir den Magen zusammen. Ich denke an die beiden Jäger. Ohhh mein Gott, ein großer Strahl Mageninhalt schießt aus meinem Rachen. Wie ekelhaft. Sie grinst mich an, das ist der Trick Mädel. Ich hab weiche Knie. Sie putzt mir dem Mund ab und schleppt mich an den Tisch zurück. Unterwegs noch ein paar Tipps: schieb dein Glas immer in die Mitte vom Tisch und nehm immer das, wo am wenigsten drin ist. Wenn keiner schaut, kipp das Bier unter den Tisch oder dem Nachbarn ins Glas. Hast Du echt geglaubt ich kann saufen wie ein Pferd. Jetzt bestell ich Schnaps, damit schießen wir die Kerle ab. Kipp deinen Schnaps unter den Tisch. Wenn die dann ferdisch sind, machen wir uns noch einen schönen Abend, und blinzelt mir zu.
Gesagt, getan. Eine Stunde später liegen sich die Männer selig, gröhlend in den Armen, oder auch schon mal mit dem Kopf auf dem Tisch und die Chefin und ich verschwinden lautlos.  Die Wiesen hat noch mehr zu bieten als Biersaufen. Fahrgeschäfte und andere Vergnügungen. Wir gehen an eine Schießbude. Die Chefin, erstklassige Schützin, räumt den Laden ab. Sie verschenkt Rosen an einige junge Burschen. Der Inhaber ist not amused und verweigert ihr weitere Munition. Wir nehmen unsere Teddybären, Plüschmurmeltiere, Blumen und ziehen mit unserem Fanclub zum Käferzelt. Die jungen Kerle sind zwar auch angetrunken, aber irgendwie nicht so unangenehm, wie die alten Säcke. Sie flirten mit uns und ich hab einen riesen Spaß. Die Chefin und ich sind jetzt per Du. Das Leben mag mich.  Gegen Mitternacht gehen wir schweren Herzens zurück ins Zelt, zum Chef und den anderen. Er liegt einem farbigen Kellner in den Armen und beteuert, er sei kein Rassist. Da schau her, seid wann ? Die anderen Herren schauen uns mit blutunterlaufenen Bassetaugen an, sehen uns aber wohl nicht richtig. Der Blick ist traurig, wie hilfesuchend. Eine Bank ist vollgekotzt. Hier beenden wir für die Herren den Abend und bestellen Taxis. Die Chefin schläft in dieser Nacht bei mir, sie hat keine Lust auf das Schnarchkonzert und all die Geräusche, die ein volltrunkener Mann von sich gibt. Sie ist 10 Jahre jünger als er, sie weiß nicht, wie lange sie das noch aushält. Sie hätte gerne Kinder gehabt, aber er kann wohl nicht zeugen. Seine erste Frau hat von ihm auch keine Kinder, aber vom zweiten Mann. Obwohl sie da schon über 40 war. Ein süßes Mädchen.

Morgen geht es weiter

Folge  8

Dem Alten ginge es schlecht. Zu viel Schweinskram, was auch immer sie damit meinte, zu viel Alkohol, Zigaretten etc etc. De Dockder hat gesacht er muss uffpasse. Das Geschäft geht schlecht, weil er sich nirgends mehr auf Jagd sehen lässt. Da verkauft man die Waffen. Also wird sie das in Zukunft übernehmen, schließlich hat sie auch den Jagdschein und verträgt auch mehr Alkohol als er. Auch wenn sie jeden zweiten Schnaps unter den Tisch kippt, Sie kann man dann nicht betrunken über den Tisch ziehen, eher umgekehrt. Gute Idee. Von ihr man nur lernen.
Das bisserl im Laden rumstehen kann er noch und ich soll ihn unterstützen.
Künftig ist sie an den Wochenenden auf Jagd und unter der Woche bei potenziellen Kunden, um die Waffen im Schiessstand vorzuführen. Tja , potenziell und Waffen bekommen auch hier eine weitere Bedeutung. Auf den ein oder anderen Jagdausflug nimmt sie mich mit. Jäger sind ein eigenes Volk. Auf der einen Seite sehr elitär, wer kann sich schon eine Jagd leisen. Hohe Pacht zahlen und ständig irgendwas bauen. Immer die besten Geländewagen, wir leben schließlich in der Wildnis. Viele PS, viel Hubraum, viel Spritverbrauch. Riesige teure Reifen, Seilwinden um einen Mammut aus dem Wald zu ziehen. Dazu die Kleidung, alles aus Spezialgeschäften, wie Franconia, oder bei uns. Grins…. Du kannst keine weiße Unterwäsche unter einer Leder- oder Lodenhose tragen. Das riecht das Wild und weg isses . Die Waffen kosten ein Vermögen, denn man braucht mehrere. Stutzen, Flinte und Drilling gehören zur Grundausstattung, dazu Messer. Teils um die angeschossene Sau mit der Saufeder abzustechen, ein Messer zum Ausweiden, vom Hirschfänger bis zum Bambifänger, zum Briefe öffnen. Mit so einer Ausrüstung hätten wir den Krieg gewonnen. Alles vom Feinsten. Dann noch ein Jagdhund, der meistens übel riecht. Übrigens die Jäger auch. Die müssen nach Mann riechen, nicht nach Duschgel, das verscheucht das Wild.
Ich habe mal aus Spaß einem Jäger mit meinem Parfüm besprüht, da war ich unten durch.
Auch die Jagd selbst hat eigene Gesetze. Entweder man geht auf eine Kanzel, einen Hochsitz, hockt da alleine und wartet. Fängt sich Zecken , lässt sich von Schnaken stechen, ist aber mugsmäuschenstill und bewegungslos in Erwartung des kapitalen Wildes. Meistens geht man dann frustriert zum Sonnenaufgang nach Hause, weil nix vorbeikam, außer Joggern, Reitern oder einem liebeshungrigen Pärchen, das eigentlich auch den Hochsitz gebucht hatte. Eine einsame Sache. Hat man aber das Glück und eine Sau oder ein Bock ist zur falschen Zeit am falschen Ort und man schießt das Tier, geht der Stress los. Man gibt dem Tier Zeit zum Sterben, dann kommt ein Eichblatt oder was anderes grünes in das Maul des Tieres. Der letzte Biss. Dann wird das Tier aufgebrochen, d.h. aufgeschnitten um die unverwertbaren Innereien herauszunehmen. Die hat man früher einfach in die Gegend geworfen, die Fuchs sollte das holen. Dann wird der ganze Kram ins Auto geschleppt und flott ein Jagdfreund aufgesucht, mit dem oder denen man dann gemeinsam das Tier todgesoffen hat. Mehrfach wird der Beobachtungs - und Tötungsvorgang erzählt und ausgeschmückt. Ein zeitraubendes und anstrengendes Hobby. Der nächste Morgen ist für die Katz. Das Auto verschlammt und blutverschmiert, möglicherweise auch noch eigener Mageninhalt am Armaturenbrett. Ist es das eigene Revier, hat man wenigstens einen Braten, ist man nur als Jagdhelfer, Jagdgeselle auf Pirsch gewesen, muss man den Braten auch noch abgeben.
Anders die Gesellschaftsjagden, Treibjagden. Man findet sich vor Jagdbeginn schon mal zu einem Frühstück ein. Manchmal schon mit alkoholischen Getränken. Vor Jagdbeginn hält der Jagdherr, Besitzer des Jagdgeländes, eine Rede. Das Wild soll respektvoll gestreckt werden. Also schonend geschossen werden. Respektvoll töten, na Bravo . Die Treiberwehr wird eingeteilt, also die Leute, die das Wild aus der Dickung vor die Gewehre der Jäger treiben. Immer in der Reihe bleiben, dass man nicht in die Schusslinie gerät. Alle tragen leuchtende Warnwesten. Wild ist übrigens farbenblind, also was soll das dann mit den ganzen grünen Tarnklamotten. Wie beim Tennis früher, alles weiß, hier alles grün. Ich würde auch mal Jagdbekleidung in fröhlichen Farben anbieten, aber das ist nicht Waidmännisch.
Das wird angeblasen. Jäger blasen eine bestimmte Melodie ins Jagdhorn und die Hunde jaulen dazu.
Ich wurde einem jungen Treiber zugeteilt, der auf mich achten sollte. Und so kraxelten wir durch das Unterholz, Weissdornbüsche, Brombeeren, Brennnessel. Ab und zu ging die Hektik los. Gebrüll, Achtung Reh oder Hase von drei Uhr nach oben, bumm, da lagst dann. Respektvoll wird es eingesammelt. Die Hunde kläffen die ganze Zeit. Ich bin fix und fertig, verdreckt und verschwitzt. Endlich Mittag. Essen fassen. Deftige Suppe aus der Gulaschkanone und Alkohol. Promillegrenze gilt hier nicht. Ob die jetzt noch respektvoll zielen und treffen, oder einfach drauflosknallen? Im Rausch. Einige Jäger notieren sich das Fehlverhalten der einzelnen Jäger und Treiber. Wie bei der Stasi. Das kommt beim Jagdgericht aufs Tapet.
Am Nachmittag werden Enten gejagt. Da muss man nicht treiben, das machen die Hunde, also, die, die freiwillig ins kalte Wasser gehen. Nicht jeder Edeljagdhund weiß, dass er dazu gezüchtet wurde. Einige hauen einfach ab und machen was anderes im Wald. Die mutigen Wasserhunde erkennt man später am Geruch. Obwohl andere Hunde auch verschiedene Materialien finden, um sich darin zu wälzen. Die stinken dann auch.
Enten werden mit Schrot geschossen. Viele kleine Bleikügelchen in einer Patrone, die man in die Enten pumpt, Pumpgun. Das macht Freude dann beim Essen, vor allem den Zahnärzten. Aus diesem Grund will auch fast niemand diese Enten haben. Die werden trotzdem geschossen. Die platschen dann in den Bach und ein guter Apportierhund holt sie bei, oder bleibt mit seiner Beute auf dem Ufer gegenüber liegen und freut sich. Eine sehr laute Angelegenheit. Hunde kläffen, Jäger ballern, andere schreien nach ihren Apportierhunden.
Endlich das Hallalie, Jagd aus. Jäger tröten in ihre Jagdhörner, Hunde jaulen dazu.
Dann gibt es wieder Alkohol und die Strecke wird begutachtet, also alle toten Tiere liegen in einer bestimmten Reihenfolge auf dem Rasen, mit einem Blatt im Maul, das zuvor noch in Blut gestibbt wird, das Schweißblatt. Einfach barbarisch. Wieder Getröte. Reh Tod, Has Tod, Fuchs Tod, Enten auch. Wieder Schnaps. Kapitale Tiere, wie Wildschwein oder Hirsch sind selten dabei, die sind zu clever um sich vor eine Flinte scheuchen zu lassen.
Anschließend ist Kesseltreiben, also Abendessen. Man sitzt gemütlich an den Tischen, untendrunter die Stinkhunde. Auch die Menschen riehen etwas strenger. Waidmännisch.
Nach dem Essen ist Jagdgericht. Wer sein Glas mit der rechten Hand gehalten hat, wird bestraft, also die Anfänger, ich auch. Das Strafmaß wird auf einen doppelten Schnaps festgelegt. Runter damit.
Mit offenem Gewehr rumlaufen, also entsichert, ist auch schuldig. Strafmaß ist ein 10 er Schoppen. Ein 0,5 Bierglas, halb Cola, halb Cognac. Runter damit. Wer seinen Hund nicht im Griff hatte auch Strafmaß. So geht das immer weiter. Manche werde mehrfach bestraft. Die nehmen mit was geht.
Zum Schluss müssen noch die Debütanten ran, also die Jungjäger, die zum ersten Mal dabei sind. Die müssen einen Flintenlauf trinken. Der Flintenlauf wird aufgeklappt, unten mit einem Korken abgedichtet und dann mit Schnaps befüllt. Nicht nur die Menge ist barbarisch, auch der Geschmack, denn ein gutes Gewehr ist immer gut geölt, also trinkt der Debütant das Oel mit. Gut für die Verdauung.
Danach werden sie mit einem Waidblatt geschwartet . Das bedeutet, sie müssen sich mit heruntergelassener Hose auf einen Stuhl knien und werden drei mal mit einem großen Messer auf den blanken Hintern geschlagen. Ein interessantes Brauchtum, aber nicht immer nett anzusehen. Nach einer Treibjagd ist man verschwitzt und die Unterwäsche wir angeschmuddelt.
Durch den reichlichen Alkoholgenuss sind alle glückselig in ihrem Waidhandwerk. Keine Spur mehr elitär, eher volksnah, dummschwätzend, laut und sie lieben sich alle. Ständig bläst einer erneut ins Jagdhorn, schräge Töne, die Hund jaulen. Was für eine schöne Jagd, ein Hoch auf den Jagdherrn, denn der hat das allen bezahlt und bleibt dann noch auf den bleiverseuchten Enten sitzen. Als das große Umarmen und Singen beginnt, verdrücke ich mich in unsere Pension. Ich bin ziemlich angetrunken und will nicht mehr.
 Ich sitze dann noch eine knappe Stunde auf der Treppe vor unserer Pension. Die Chefin hat eine Besprechung mit einem Jungjäger und das dauert, nach dem vielen Alkohol, etwas länger.
Von hier aus beobachte ich zwei junge Männer, die am Geländer des Baches stehen. Einer steht, der andere beugt sich ständig über das Geländer. Ihm ist wohl sehr schlecht. Sag der eine, he, mach jetzt schon, ich will wieder rein. Der Kranke ziert sich noch. Da schnappt der Freund den armen Kerl um die Mitte, komm, ich helf Dir, und drückt zu. Ein riesen Schwall schießt aus seinem Hals. ,,Ausgekotzt’‘. sagt der andere, gehen mer wieder rein. Unfassbar, der hat den ausgedrückt, wie eine Zahnpastatube. Raube Sitten hier.
Es war eine Erfahrung, aber das nächste mal bleib ich zu Hause.
Eine andere Anekdote kursiert hier rund um die Jagd. Bei einer sehr erfolgreichen Jagd im Rheingau-Taunus, es wurden 20 Wildschweine und viele Hirsche geschossen. Die Strecke, also die toten Tiere wurden ausgelegt und mit den Jagdhörnern verblasen. Dann gabs Schüsseltreiben, Jagdgericht. Zur späteren Stunde sollte das Wild dann auf den Transporter und in die Metzgerei, die alles schon gekauft und bezahlt hatte. Das Wild war weg, geklaut. Auf nimmerwiedersehen. Echt peinlich. In dem Gasthaus hängt noch heute ein Foto, ein Beweisfotos, dass es diese große Strecke gab.


Morgen geht es weiter...........................

Samstag, 13. Juli 2019


Folge 7

Bei uns zu Hause lief es nicht gut. Ich war zu viel im Laden engagiert. Mein Wolfgang war viel mit seinen Kumpels unterwegs. Ich freute mich auf den Urlaub, Gardasee, romantischer Sonnenuntergang, prickelnder Sekt. Das wird wieder. Vielleicht klappt das auch mal mit nem Baby.
Wir wohnen diesmal in einem kleinen Hotel in Limone. Ich bezahl alles, da er das alles für zu grosskopfert hält, so ein kleiner Wohnwagen hätte es auch getan. Ich will es perfekt haben. Bequem, sauber und weg von seinen Kumpels und dem vielen Bier und Chouchtrainern.
Wie Sie schon erraten, es klappt nicht. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Er erzählt seine wichtigen Dinge schon seit geraumer Zeit einer Kollegin. Die hat nach Feierabend Zeit für ihn. Im nächsten Urlaub will er auch mal nach Mallorca mit ihr, blöder Gardasee. Das hat mich sehr gekränkt. Dieses Landei, ohne mich wäre der noch nie aus dem Kaff im Taunus rausgekommen.
Wir verkaufen das Haus. Ich nehme mir eine kleine Wohnung um die Ecke. Er zieht zu seiner Tussi. Ein Jahr später sind wir geschieden. Die Scheidung läuft unproblematisch über die Bühne. Wir haben keine Kinder, da ist es einfacher.
Auch die UDSSR ist fertig, pleite. Sie öffnet sich dem Westen, Glasnost.
Die DDR liegt in den letzten Zügen.
Die Scheidung hatte auch was positives. Ich habe fast 10 kg abgenommen und habe mir ein todschickes Dirndl in Größe 36 gekauft. Blassgrün mit rosa Schürze. Ich bin total verliebt in mich. Mein Chef auch. Ich muss höllisch aufpassen, dass er mich nicht alleine im Lager erwischt. Da hat er plötzlich 10 Hände. Ich hab ein Glöckchen am Eingang und an der Tür zum Lager angebracht, da hör ich ihn rechtzeitig. Er ist not amused, aber ich begründe das damit, dass, wenn ich alleine bin, ich immer höre, wenn jemand den Laden betritt. Ha, er hat’s gefressen.
Ich bin nun vermögend, mit gutem Einkommen, bin Mitte 30 und mir steht alles offen. Als erstes beschließe ich zwei mal im Jahr Urlaub zu machen, natürlich am Gardasee. Da kenn ich mich aus, ist wie zu Hause.
Bei meinem nächsten Aufenthalt dort, ich bin zu ersten Mal alleine im Urlaub, in Limone, in einem Wellnesshotel. Nur alte aufgebrezelte Frauen hier, die den ganzen Tag vom Thalasso, so ein grüner, nach Fisch stinkender Schlamm, in die Kosmetikabteilung wechseln. Bringen tut das nix, nach zwei Wochen sehen die genauso alt aus, wie vorher.  Vielleicht liegt das an dem vielen Wein mit dem sie sich am Abend schöntrinken. Aber diese Frauen sind lustig, nach ein paar Weinchen und aufgeschlossen. Ich erfahre viel über das allgemeine Eheleben. Fast jede hat mit der einen oder anderen Assistentin ihre Erfahrungen gemacht und verschieden reagiert. Eine hat den Beifahrersitz mit schwarzer Schuhcreme eingeschmiert. Das war ein Theater, als die Assistentin mit einem rosa Kostümchen eingestiegen ist. Hätte ich gerne gesehen. Andere haben einfach ihren finanziellen Nutzen aus den Affären gezogen. Sportwagen, Pelzmäntel, überhöhtes Taschengeld. Die Kinder sollten ja nichts erfahren, also hat der Alte brav bezahlt. Die wilden Jahre gehen bei dem meisten nicht ewig. Die Wohlstandskrankheiten schieben da irgendwann einen Riegel vor. Bluthochdruck, Diabetes. Im schlimmsten Fall Herzinfarkt. Dann sind sie wieder brav zu Hause und trinken Tee. Die Frauen machen weiter, wie bisher. Wellnessurlaub am Gardasee oder den Canaren. Entspannende Massagen in Thailand, mit und ohne happy end. Im Winter dann mal nach Kitzbühel. Stewa Reisen bietet alles, von der Haustür bis in die weite Welt. Die Männer passen derweil auf die Möbel und die Blutfettwerte auf.
Ich schaue mich um, nach einem netten kleinen Hotel, für die Zukunft. Ich find eine nette alte Villa in Malchesine. Ruhig, aber trotzdem in der Stadt, zweite Reihe vom See. Ist nicht billig, aber ich kann mir das leisten. Die Leute sind nett, mittlerweile sprechen die hier auch ganz gut deutsch. Die Mutter führt das Hotel mit eiserner Hand und scheucht ihre drei Söhne nur so rum. Papa gibt es keinen mehr. So hat sie die Leitung übernommen, da die Buben das noch nicht können. Die sind alle über 30, zwei sind bereits verheiratet und haben auch Kinder. Auch die Schwiegertöchter arbeiten hier mit. Ein harmonisches Familienunternehmen. Sie unterhalten sich immer sehr lebhaft, man könnte glauben, sie streiten. Ist aber nicht so, sagt man mir. Das ist das Haus für meinen nächsten Urlaub.
Der jüngste, unverheiratete Sohn, bringt mich abends zurück nach Limone in mein Hotel. Wir trinken noch ein Glas Wein und reden, reden, reden. Herrlich, mal reden, ohne den Chef oder Ehemann vor sich zu haben. Freiheit. Kann das Leben schön sein.
Vincenzo bringt mich nach Hause und grabscht mich nicht an. Ein scheues Küsschen, recht, links  und Buena Notte . So ein netter Kerl. In den nächsten, mir noch verbleibenden Tagen, treffen wir uns abends zum Essen und ich lerne die italienische Küche besser kennen. Er hält noch immer anständige Distanz. Was kann ich tun, um den Abstand wesentlich zu verringern . Am letzten Abend geb ich alles. In mein bestes Dirndl geschnürt. Parfüm aufgelegt, volles Programm. Ich nehme auch mal einen zweiten Proceccho VOR dem Essen, das macht mich locker und übermütig. Nach dem Essen bummeln wir noch durch die engen Gassen und er hält mich im Arm, wie schön. Im Hotel angekommen schmuggle ich ihn in mein Zimmer und es passiert. Ganz anders als mit Wolfgang, aber ziemlich gut. Ich komme tatsächlich auch mal auf meine Kosten. Am Morgen als ich aufwache ist er weg. Mit tut alles weh, vom Kopf bis zum Schritt, auahhh. Aber ich glühe als ich seine Zeilen finde, Amore, ich komme Dich bald besuchen. Ti amo.

Noch völlig berauscht steig ich zu Hause aus dem Zug. Selbst die 12 Stunden Zugfahrt haben es nicht geschafft, mir das Grinsen aus dem Gesicht zu rütteln. Meine Chafin holt mich ab, ich habe Kaffee für Sie dabei, das soll ich nicht alleine schleppen müssen . Sie betrachtet mich und fragt, „war was“. Und grinst breit.

Morgen geht es weiter

Freitag, 12. Juli 2019

Folge 6




Fahrendes Volk. Ich dachte immer die müssten schwarzhaarig sein. Unsere holländischen Nachbarn sind blond, drall, laut, bunt, trinkfest.
An die Italiener hab ich mich gewöhnt. Die arbeiten tagsüber nicht während der Mittagszeit. So ein faules Volk. Erst am Abend werden die munter, wenn unsereins müdgeschafft ist. Abends ist der Teufel los in den Gassen. Sogar die Kinder dürfen bis 10 oder 12 noch in den Straßen und auf den Plätzen spielen. Kein Wunder dass aus denen nix wird. Die kriegen nix auf die Reihe, deshalb arbeiten die auch in Deutschland als Gastarbeiter. Da lernen die dann mal was Ordnung ist und Pünktlichkeit.
Unsere holländischen Nachbarn haben sich gut an die angepasst und feiern auch jede Nacht, laut und ausdauernd. Wir gehen abends mit unseren Freunden im campingplatzeigenen Restaurant,, da Angelo“ ein lecker Schnitzel essen, mit Pommes, die haben auch die Holländer hier eingeführt. Später hocken wir vor den Zelten und trinken Bindingbier und die Mädels Asti Spumante. La dolce vita Vivat italia. Ab und zu gehen wir auch zu einem Seefest, jeder Ort bietet das, abwechselnd. Musik und Tanz, Wolfgang mag die italienischen Männer nicht, die offen mit mir flirten. Soll er sich doch mal ein bisschen Mühe geben, mit mir tanzen und nicht nur Fußball und Biergespräche führen.
Die Italiener reden ständig von amore , sind galant, meistens schlank und gut gebaut. Singen ständig und rollen die dunklen Augen. Der Bier/Pasta-Bauch wächst erst im reiferen Alter, nicht wie bei unseren Männern, die schon kurz nach der Heirat aus dem Tarzankostüm in ein Bärenkostüm wechseln.
Urlaub ist rum und zurück im Arbeitsleben. Ich lese zufällig eine Anzeige. Bei uns um die Ecke macht ein Jäger-und Trachtengeschäft auf. Die suchen eine kompetente Bedienung. OK Jägerzeug kenn ich nicht, außer Papa-Schürzenjäger, der hat schon mal wieder eine neue Assistentin. Er wird älter, die Frauen an seiner Seite nicht, wechseln nur die Haarfarbe.
Ich schreibe eine Bewerbung und bringe sie persönlich in den Laden. Natürlich im Dirndl. Der Chef, ein Mittfünfziger, ist begeistert. Entweder kann er nicht lesen, oder ganz, ganz schnell. Er wirft einen kurzen Blick in die Bewerbung und dann in mein Dekolleté, dann bin ich eingestellt, mit unfassbar gutem Gehalt.
Ich habe zwar noch Kündigungszeit, helfe aber am Abend und in meiner Freizeit, gerne beim Einräumen im neuen Laden. Da weiß ich dann auch wo alles ist. Der Chef zeigt und erklärt mir alles. Später soll ich auch mit auf den Schießstand, um die Waffen kennenzulernen. Ein neues aufregendes Leben bahnt sich an.
Ich muss jetzt nicht mehr stundenlang im Stau stehen, deshalb habe ich auch meine Arbeitszeit von Teilzeit auf Vollzeit angehoben. Wolfgang ist  ist not amused . Er sollte jetzt mehr im Haushalt helfen. Das trifft seine Chauvinistenseele tief. Ich verdiene jetzt mehr und er soll im Haushalt helfen. Nix da, mein Problem. Zum Glück hat die Putzfrau aus dem Laden noch Termine frei. Für kleines Geld hält sie unser Häuschen sauber. Das ganze Dorf ist entrüstet. Eine fremde Frau alleine in unserer Privatsphäre. Auch noch ne Jugo. Die klauen doch, wie die Raben. Ich setze mich darüber hinweg, mit dem Argument, dass ich mir eben ne Putze leisten kann. Und ferdisch.



Diese Folge muß ich nachreichen, ich bin über 60 und blond und da klappt das mit dem genauen Zählen nicht mehr so gut.

Folge 6a

Im Laden habe ich es überwiegend mit Männern zu tun und meine patriarchare Erziehung hilft mir, mit diesen Chouvies zurecht zu kommen. Immer von unter herauf, bewundernd anhimmeln. Die kaufen bei mir jeden Mist. Mein Chef ist begeistert. Seine Frau, es ist die zweite, sie ist für die Buchhaltung zuständig ist, hat mich auch ins Herz geschlossen. Sie ist um die 40, also grob zwischen dem Chef und mir und sie ist aus Serbien. Der Chef hat sie auf einem Jagdausflug in ihrer Heimat kennengelernt. Da war sie seine Jagdbegleiterin, so ne Art Assistentin, kommt mir bekannt vor. Sie kann auch jagen und schießen und saufen, sieht aber aus, wie ein Model. Ein üppiges Model.
Sie nimmt mich mit auf eine Messe für Landhausstyle. Ich bin gespannt. Zu meiner Freude ist es eine Trachtenmesse, juchuuuh. Dirndl so weit das Auge reicht. Wir probieren den ganzen Tag Dirdl, Landhausröcke und Kleider an. Täschen, Hütchen, Tücher, Schuhe, Schmuck. Dann bestellen wir auch jede Menge für den Laden.
Der Chef ist not amused. Einen Haufen Geld für diese Lappen ausgeben, unglaublich. Die Chefin muss einiges aushalten. Aber wider allen Bedenken, verkaufen sich diese Kleider sehr gut. Wir sind DER Trachtenladen im Taunus. Wer hier sein Dirndl kauft kann sich was leisten. Klamotten sind Statements. Wir liegen voll im Trend, es gibt jetzt sogar Zeitschriften für Landhausstyle. Wer was auf sich hält hat eine Landhausküchen, Landhausschränke, Landhausbetten, geblümte Sofas und Gardinen , das passende Porzellan aus dem Salzburger Land. Man hat urige Gartenmöbel aus unbearbeitetem Holz, schick, aber unbequem, egal, man hat das jetzt. In dieser ganzen Landhausaustellung muss man dann auch im Dirndl rumlaufen, oder wenigstens im Landhauslook. Wie schaut das aus, wenn man in knallbunten modernen Klamotten in dieser Landidylle steht. Wenn man dann dort eingeladen ist, muss man im standesgemäßen Outfit erscheinen, rotkarrirtes statt schwarzem Cocktailkleid. Haferlschuhe statt Pumps. Mir wars recht.
Einen Monat später ist Jagdmesse. Da will der Chef hin. Die Chefin schlägt vor, dass ich auch dahin mitgehe. Sie bläut mir ein, dass ich wieder ganz viel Assessors kaufen soll. Munitionstäschen, Hutanstecker, wie Gamsbärte, schicke Jagdmesser, Fotokalender mit Jagdmotiven. Ahhh Geschenkartikel, da kenn ich mich aus, mach ich gerne.
Aufgebrezelt begleite ich den Chef auf die Messe. Er stellt mich all seinen Spezln als seine Assistentin vor, alle blinzeln blöd rum. Die Berufsbezeichnung „ Assistentin “ hatte schon vor Bill Clinton einen komischen Beigeschmack.
Er geht mit seinen Genossen zu den Waffen, ich soll mich um das Beiwerk kümmern. Alle grinsen. Ich schieb los. Ein Eldorado für Geschenkesuchende und Ausschmücker. Jede Frau, die einen Jäger zum Mann hat, muss ihm ein Geschenk für seine Passion bringen. Da komm ich ins Spiel. Krawatten, Schlüsselanhänger, Brieföffner, Kalender, tragbare Ansitzhocker, grüne Unterwäsche mit Hirschgeweihmotiv. Komisch mit Wildschwein gabs keine Unterhosen.
Als ich dem Chef meine Auswahl vorlege, ist er schon mächtig angeschickert, nimmt mich in den Arm und erklärt mir, dass er heute nicht mehr heimfahren kann und ein Hotelzimmer reserviert hat. Na toll, ich hab nix zum wechseln mit, keine Zahnbürste nix. Ich ruf seine Frau an und erkläre ihr die Lage. Ich könnte doch fahren.  Die ist völlig entspannt. Ich soll mir halt was zum Anziehen kaufen. Zahnbürste etc sei ja schließlich im Hotelzimmer. Ich war noch nie in einem Hotel, nur in Pensionen, daher weiß ich das nicht. Also Kauf ich mir eine Jäger-Hose, Jäger-Bluse grüne Socken, Wanderschuhe und Unterwäsche.
Der Chefin hatte ich von meiner Ausbeute erzählt und sie war begeistert.
Stunden später finde ich den Chef, an einen Tresen geklammert, seine Muttersprache verloren, mit glänzenden Augen. Er fällt mir um den Hals, ,,bring mich ins Bett‘‘,  grölt er. Ich hake ihn unter und unter tosendem Beifall und guten Wünschen verlassen wir die Lokalität.
Ich zerre ihn zum Taxi, finde in seiner Jacke die Anschrift vom Hotel. An der Rezeption stelle ich erstens fest, dass das Zimmer schon vor Wochen gebucht war und zweitens, genau DAS Zimmer. Das Hochzeitszimmer mit Himmelbett. Ich frage nach einem zweiten Zimmer. Man schaut mich mitleidig an, es ist Messe. Na gut, der tut sowieso nix mehr, der will noch nicht mal mehr spielen. Was der noch aufreißt ist höchstens die Clotür. Wir erreichen das Zimmer und er wird kuschelbedürftig. Ich schieb ihn zum Bett und sage, ich müsse noch ins Bad. Ich warte eine Weile. Nach ca 3 Minuten vernehme ich regelmäßiges Schnarchen. Ich schieb mir im Zimmer die Sessel zusammen und schlafe mit einem offenen Auge. Das hat ein Nachspiel mein Freund.
Noch bevor der Alte aufwacht, war ich im Bad und umgezogen. Dann bin ich direkt zum Frühstück. So nach und nach tauchen seine Spezln auf und alle haben ein Fragezeichen auf der Stirn. Als mein Chef dann endlich erscheint, sieht er sehr mitgenommen aus, aber alle deuten das auf ihre Art und Weise. Der Chef grinst nur dümmlich.
Auf der Heimfahrt bemängelt er, dass ich Hosen trage, das hätte er ja noch nie gesehen an mir. Das is ja ma ne unhandliche Bekleidung. So ein echter Liebestöter, da geht ja gar nix. Hab ich gut gewählt, ha chacka.
Zu Hause hat die Chefin kein Wort dazu gesagt. Sie war begeistert von meinen Bestellungen. Der Chef hatte nix bestellt, die Vertreter hätten jetzt alle seine Karte und würden vorbeikommen. War da auch Jack Daniels dabei?

Morgen geht es weiter



 Freitag, 06.03.2026, Bremerhaven,  Unglaublich diese Stadt, die eigentlich nur Hafen sein sollte, aber die Architektur ist sehr schick.