Montag, 6. Januar 2025

 Sonntag, 05.01.2025, Nerja 

Wir starten, wie immer entspannt 8n den Tag. Gegen Mittag laufen wir in die Stadt, bis zur Ermite de la Senora Nuestra . Ein alter Mann begrüßt mich. Ich kann ihn zunächst nicht einordnen, dann fällt es mir ein. Er und seine Freunde sitzen jeden Tag vor der Ermita auf einer Bank. Ich grüße die Jungs immer und überlege, ob ich mich dazu setzte und etwas Konversation mache, so lernt man Sprachen, reden, reden, reden. Von hier oben aus laufen wir den Barranco hinunter zum Meer. In den Schrebergärten wird fleißig geerntet. Avocados, Zitronen, Mispelchen. Die Papaya ist noch nicht reif. Unten am Chiringuito Palmera nehmen wir einen Wein. Es ist ziemlich windig, also gehen wir zu unserer Tay Chinesin und essen was leckeres. Es stimmt schon, dass wir in Spanien sind, aber man sollte bedenken, dass nach der Kulturrevolution in China , hunderttausende Chinesen nach Spanien geflohen sind und nun eigentlich einen großen Teil der Bevölkerung stellen . In jedem noch so pfiffigen Dorf gibt es einen Chinesen Fiete, also einen Laden, der alles hat.

Nach dem Essen sind wir wieder erschöpft und halten Siesta. Danach schalte ich den Fernseher ein und schaue gut 2 Stunden die Königs Paraden in den einzelnen andalusischen Städten. Wir machen dann Städteraten. Da wir in Sevilla, Córdoba, Granada, Almeria, Málaga, Cádiz, etc, schon einige Wochen verbracht haben, erkennen wir vieles auf Anhieb wieder. Es ist unglaublich wie dieses Fest celebrier wird. Man übertrifft sich mit Tonnen von Karmellen, Málaga hat die Spitze mit 50 Tonnen. Dazu die phantasievollen Prachtwagen und  Kostüme. Was besonders schön ist, das ist ein Fest nur für Spanier und vor allem die Kinder. Touristen verlaufen sich selten zu so einem Fest. 

Viva Espana














Sonntag, 5. Januar 2025

 Samstag, 04.01.2025, Nerja

Guten morgen Nerja. Bis wir uns aus dem Bett geschafft haben, sind Bea, Dirk und Lia schon auf der Piste. Gegen Mittag latschen wir in die Stadt. Vor dem Haus steht ein Auto und ein Handwerker schleift Messer und Scheren. So was gibts hier noch.



Ein paar Einkäufe und dann Mittagessen beim Tai Chinesen, unten im Haus. Da die Karte eigentlich nur chinesisches Essen bietet, frag ich die Chefin, was das mit Thai zu tun hat. Sie erklärt mir geduldig, das da ein schriftlicher Unterschied ist. Thai ist thailändisch. Taj ist chinesisch und bedeutet glücklich. Wieder was gelernt. 





Klugscheisserecke: Warum leben Spanier länger als Deutsche?

Ganz anders als Deutschland. Geselligkeit und gutes Essen – das sind gleich zwei Faktoren, die zu einer höheren Lebenserwartung führen. Spanien hält so einige Weltrekorde. Angefangen bei der am schnellsten gesprochenen Sprache bis hin zur größten Dichte an Bars und Kneipen.

Gestern hatte ich schon mal,nachgefragt, wann und wo die Parade stattfindet. Da es am am Sonntag Abend regnen soll, verlagern die Festlichkeiten auf den Samstag. Das ist schlau, ich frag mich nur, wie erklären die das ihren Kindern. 

Also Samstag um 16 h startet die Party. Spanische 16 h!!  Pünktlich um 16.30 h erscheinen die Könige auf dem Plaza de Balcone und begrüßen die Menge. Zuerst Kaspar. Hurra,hurra, dann Kaspar ?? Hurra. Ein älteres spanisches Ehepaar und ich lachen uns kaputt. Dann wird Baltasar angekündigt, der schwarze im Trio, Hurra, hurra. Ich stelle fest, der sieht genau so aus wie der Handtaschen Verkäufer, der hier sonst um Kunden buhlt. Stimmt, das muss der sein, Wir lachen wieder. Es war böse und rassistisch, trotzdem lustig. Nachdem die Majatäten huldvoll in die Menge gegrüßt haben, startet der Umzug. Zuerst ein Besuch in der Kirche, dann los. Drei große Wagen stehen bereit, Baltasar hat sogar einen großen Elefanten als Zugtier, mit den Traktor. Jetzt werden Kamelle geworfen und der Zug bewegt sich durch die Stadt. Wir gehen indes zum Sevilliano. Nach gut 90 Minuten schlendern wir wieder zum großen Platz vor der Kirche, wo ein langer Laufsteg aufgebaut ist. Ist die Klump auch eingeladen? Links und rechts sind Stuhlreihen aufgebaut und wir nehmen Platz. Die Glocken läuten und ein Tenor gibt ein paar Probelieder zu besten. Es wird kalt. Dafür sind wir nicht gekleidet. Wir treffen ein Paar aus Boston, das wir Silvester kennengelernt hatten. Die gehen lieber in die Hotelbar. Es wird immer ungemütlicher und wir beschließen uns umzuziehen. Bis wir wieder zurück sind, ok, wir haben noch schnell die Tagesschau gesehen, ist der Markt verlaufen. Alle Akteure sind auf dem Laufsteg zur Krippe gegangen, haben sich gebührend verneigt. Zum Schluss die Könige und der Tenor hat sein bestes gegeben. Das war ein schöner Umzug, sehr ursprünglich, was wir im vergangenen Jahr in Jerez gesehen haben, war filmreif und konnte mit Karneval in Rio gut mithalten. Alle Akteure ziehen jetzt auf den Plaza de Espana. Die Spanier begrüßen sich mit Küsschen und wünschen sich ein frohes Fest, die Kinder sind hippelig. Alles ist auf den Beinen und in den Restaurants und Bars. Die Stadt kocht wieder. Da es uns zu kalt ist, machen wir uns auf den Heimweg.  Dann gab es noch ein großes Feuerwerk.

Gute Nacht Nerja 






 Freitag, 03.01.2025, Nerja

Ein extra fauler Tag beginnt. Horst hat sich den Fuß verknackst und macht heute mal gar nix, außer in der Sonne lümmeln. Ich trabe kurz in die Stadt ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Zum Mittagessen gehen wir in ein Restaurant gleich hier unten am Strand. Ich hatte dort extrem gute Lammkoteletts. 






Auf dem Plaza de Balcone tauchen schon mal die Vorboten für die Parade zum Fest de Heiligen drei Könige auf. Das Fest ist am 6. Januar und am Abend davor gibt es überall große Paraden. Vergleichbar mit Karneval bei uns. Am 06.Januar ist dann der Tag der Geschenke. Die Kinder sind entsprechend aufgekratzt.





Am späten Nachmittag kommen Bea, Dirk und Lia um tschüs zu sagen. Es war eine schöne Woche mit den dreien. Wir holen aus der kleinen Tapabar, bei uns im Haus, eine kleine Auswahl und verbringen noch einmal einen netten Abend. Morgen wollen die Richtung Córdoba.

Adios und gute Nacht 



Donnerstag, 2. Januar 2025

 Mittwoch und Donnerstag, 01. und 02. Januar 2025

Mittwoch sind wir dann erst mal spät aufgestanden. Um 13 h waren wir beim Chiringuito Mauri zum Paella essen verabredet. Super, der hatte zu. Also wieder zurück zur Strandpromenade, beim Torrecilla. Es gibt auch hier lecker Essen, z.B. schwarzen Reis mit Octopus. Danach machen wir nicht mehr viel.








Donnerstag hat es dann beim Chiringuito geklappt. Vorher waren wir noch einkaufen, Reinigung und Horst hat ein schickes Hemd erstanden. Die Paella ist ausgezeichnet. Danach muss noch was Süßes her. Wir laufen ins Städtchen zurück und gehen wieder in den hübschen Garten.







 Dienstag, 31.12.2024, Nerja 

Guten Morgen Nerja. Letzter Tag des Jahres 2024.

Das war ein Schaltjahr. Viel ist passiert. Wir alle haben festgestellt, wir alle sind nicht unkaputtbar. Ein Hoch auf die moderne Medizin. Trotzdem haben es einige unserer Freunde nicht geschafft. Wir trauern um sie, wo auch immer sie jetzt sind, wir werden sie wieder treffen.

Gegen Mittag laufen wir zu einem Markt und treffen dort Bea und Dirk. Es ist ein netter Markt, nicht zu groß, überschaubar. Wir kaufen ein paar hübsche Pullis und bewundern die Keramiken.








Für 15 h sind wir dann zum Essen verabredet. Heute Abend soll die große Party steigen. Der Platz am Balcon de Europ ist schon vorbereitet.

Um 16 h sitzen wir in einem hübschen Garten und bestellen das Essen. Plötzlich fängt es an zu regnen. Mist. Es ist genug Platz im Restaurant und wir ziehen um. Es regnet weiter. Wir gehen zu uns nach Hause, ist zum Glück nur ein paar Schritte. Der Sonnenuntergang mit den dunklen Wolken hat was. Dann beginnt es zu blitzen und donnern. Der Spuk soll bis 20 h gehen. Wir beobachten die Leute auf der Straße, manche mit Schirm, manche ohne. Bea und Dirk, mit Lia, beschließen nach Hause zu fahren. Es regnet nur noch schwach. Der Fahrradanhänger für den Hund ist vollgelaufen. Lia will nicht in die fahrbare Badewanne. Bis der Hund endlich eingepackt ist, schüttet es wieder. Bea hat sich einen Müllsack über den Leib gezogen, ganz schön clever. Trotzdem sind alle klatschnass, bis sie am WoMo sind. Der Weg am Stand entlang war überflutet, ebenso der große Parkplatz. Zu guter letzt hat dann der Anhänger nicht durch das kleine Tor zum Campingplatz gepasst. Hund raus, Hänger quer, passt. Gut, dass das WoMo eine komfortablere Dusche und Heizung hat. 

Wir in unsererseits beobachten das Wetter und machen uns gegen 22.30 h auf den Weg zur Partymeile. Der Platz ist noch fast leer. Die haben das ganze Equipment abgebaut, wegen dem Unwetter, das angekündigt war. Jetzt ist es rum und die bauen alles wieder auf. Aber es ist kalt geworden, ungemütlich. Wir gehen in die Bar des Hotel, Balcon de Europ, ich möchte einen Sherry. Wir amüsieren uns über das Defile hier. Manche in warmer Regenkleidung, die Teenager allerdings in gefährlich kurzen Röcken und bauchfrei, andere mit einem Mix aus beidem. Palettenkleid mit Regenparka.

Um 23 h startet dann die Musik, es sind wieder diese beiden älteren Männer in schwarzen Anzügen, bei denen man erwartet, dass sie die Schnulzenparade drauf haben. Wiedermal weit gefehlt, das sind die spanischen Blues Brothers. Wir verlassen die Bar. Der Platz ist jetzt zum bersten voll. Wir schleichen an der Hauswand entlang zur nächsten Bar/Restaurant. Stehtische mit hübschen Barhockern. Die Leute tanzen ausgelassen. Ein paar Infrarotstrahler sorgen für wohlige Wärme. Hier bleiben wir. Horst will uns etwas zu trinken holen. Die geben ihm aber nix, nur für Gäste. Ich versuche es auch und wir stellen fest, alle haben solche Bändchen am Handgelenk. Es ist plötzlich Mitternacht und alle versuchen bei jedem Glockenschlag eine Weintraube zu verschlingen, köstlich. Feliz Ano Novo . Jeder fällt jedem um den Hals Ein Ehepaar, an deren Tisch wir uns geklemmt hatten und die holländischen Mädels, alle. Dann holt uns die Frau 2 Gläser Sekt aus der Bar. Das ist sehr nett und ich will die Getränke bezahlen. Sie winkt ab, All inclusive. Na denn. Wir feiern und tanzen mit den Leuten , noch ein paar Iren und zwei Tcheschen . Es lebe Europa. Mittlerweile sind Ines und ich beste Freundinnen. Sie spricht nur spanisch in Reinform, also richtig schnell. Ich verstehe nur die Hälfte und versuche all mein Spanisch zusammen zu kratzen. Trotzdem verstehen wir uns prächtig. Ines und Pepe versorgen uns mit Getränken. Um 2 h ist Schluss, wie überall haben ein paar Spassbremsen geklagt und bei der Stadt durchgebracht, 2 h ist Ruhe im Karton. Ines schleppt vorher noch Caipirinha an. Last Order. Salut. Jetzt ist auch gut. Wir verabschieden uns und ziehen Richtung Heimat. Leider ist vorne an Ecke noch was los. Die Kneipentür ist offen, niemand mehr drin, aber davor plärrt ein Ghettoblaster, ACDC und ähnliches. Wir finden überall ein Alemania. 

Um 3.30 h sind wir zu Hause . Herzlich willkommen 2025 















 Freitag, 06.03.2026, Bremerhaven,  Unglaublich diese Stadt, die eigentlich nur Hafen sein sollte, aber die Architektur ist sehr schick.