Freitag, 5. Januar 2024

 Freitag, 05.01.2023, Jerez de La Frontera,

Gut geschlafen, gut gefrühstückt. Schnell mal nach Cadiz rüber, 30 Minuten von hier . Diese Stadt war  lange unser Favorit . Ein fast kreisrunde Halbinsel, angeblich die älteste Stadt Europas. Diese engen Gässchen und die kleinen Läden haben es uns angetan. Rundherum immer wilder Atlantik. Hier haben wir die spektakulärsten Sonnenuntergänge gesehen. Leider ist die Stadt an Tagen, an denen Kreuzfahrtschiffe hier anlegen völlig überfüllt. Heute haben wir Glück. Trotzdem ist mächtiges Treiben in der Stadt. Morgen ist Epiphania, 3 Königstag, eigentlich der Weihnachtstag, an dem die Geschenke kommen. Jetzt weiß ich auch, warum die Leute in Málaga in der Woche vor dem 24.12. so tiefenentspannt waren, da hatten noch 2 Wochen Zeit. Vor den Pastelerias, den Tortengeschäften, stehen die Leute in langen Schlangen. Jeder rennt mit einem Kuchenkarton durch die Gassen, manche auch mit ganzen Stapeln. Drin ist ein runder Biskuitkuchen, mit einer süßen Füllung, Obst, Sahne, Creme, alles erlaubt, Hauptsache süß. Das Ganze sieht aus wie ein Riesendounat. 

Wir durchstreifen die Gassen und finden uns erstaunlicherweise ganz gut zurecht, obwohl wir einige Jahre nicht mehr hier waren. In der großen Markthalle ist auch viel los. Fast der gesamte Mittelgang ist von Fischhändlern besetzt. Sogar Muränen bieten sie feil. Da wir keine Wohnung mehr hier haben, können wir nix kaufen, das ist bei dem Angebot sehr schade. Wir versuchen ein paar Hemden für Horst zu kaufen, aber die haben fast keine slim fit mehr im Angebot. Der Spanier trägt jetzt Bauch. Dann setzen wir uns in eine Bar, nehmen eine Clara und Tapas. Dann müssen wir zurück ins Hotel nach Jerez. Die Straßen werden ab 17 h gesperrt. Heute ist die große Parade zu Ehren des heilige Epiphany. 

Auf dem Heimweg passieren wir die Salzfelder und erblicken hunderte von Flamingos.























Die Parade am Abend hat dann mal wieder alle Erwartungen übertroffen. Eine Stunde lang ist eine Karnevalparade an uns vorbeigezogen. Laut und bunt. Alles in Bezug auf die heiligen 3 Könige. Fetzige Weihnachtslieder und Karmelle. Keine traurige Kirchenparade. 































Gute Nacht Jerez

Donnerstag, 4. Januar 2024

 Donnerstag, 04.01.2324, Jerez de La Frontera

Ein herrlicher Sonnenaufgang begrüßt uns. Ein Regenbogen kündigt an, heute gibt es Regen. Als wir Nerja verlassen, beginnt es zu nieseln. Aber richtig Regen haben wir auf der gesamten Fahrt nach Jerez nur kurz. Wir durchfahren diese wunderschöne Berglandschaft. In Olvera machen wir Mittagspause und finden prompt den Krämer der Ortschaft. Eher die Tante Anna, die Speisekarte gibt es nur im Großformat. Auf der Strecke sehen wir einige Autounfälle, meist LKW. Die Straße ist schmal und kurvenreich. In Jerez beziehen wir unser erstes Hotel, auch mitten in der Stadt. Wir lassen uns durch die Gassen treiben und finden, neben dem letzten Weihnachtsmarkt, eine kuschelige Bar in einem Hinterhof. Sehr marocanisch.   Dann suchen wir ein Restaurant für das Abendessen. Es sind wohl zu viele Franzosen hier, denn plötzlich gibt es nicht mehr rund um die Uhr was zu essen. Wir finden schließlich den Krämer von Jerez, gleich neben unserem Hotel. Eine Kirchenprozession zieht vorbei, nicht mit langwierigen Chorälen, mit Schmiss, spanisch eben. Die kommen später alle in den Krämer . Dann fängt es an zu regnen. Gut, dass wir nur 50 m zu laufen haben.

Gute Nacht Jerez




























Mittwoch, 3. Januar 2024

 Mittwoch, 03.01.2024, Nerja 

Unser letzter Tag hier. Kurz nach 8 h geht die Sonne auf und es versprich wieder einen sonnigen Tag. Horst geht Brötchen holen und macht ein paar schöne Fotos. Den Vormittag verbummeln wir auf der Dachterrasse, es geht ein bisschen Wind. Um 14 h gehen wir nochmals zum Chiringuito, frischen Fisch vom Grill. Leider haben die heute nur Dorade, die mag ich nicht, oder Langusten, auch nicht. Also esse ich die Paella und Horst seine geliebten Gambas Pilpil. Die Tische sind alle besetzt, so bleiben wir an der Bar, da kann man auch essen. Ein Spanier neben mir, freut sich, dass ich die Paella hier so mag, er isst auch ein große Portion . Anschließend haben wir beide gelbe Finger, die blöden Gambas wollen gepuhlt werden. Wir lachen beide darüber, dass man jetzt 3 m gegen den Wind sieht, was wir gegessen haben. Apropos Wind. Viele Windsurfer und Kitesurfer nutzen diesen Wind. Der Wind ist stark und ablandiges. Ein paar Profis zeigen uns, wie es geht, andere baden ständig und kommen dann völlig entkräftet zu Fuß aus dem Wasser. Ein irisches Pärchen fühlt sich wie zu Hause im Sommer. Die Leute hinter der Bar sind sehr im Stress. Die Zapfanlage hat zu viel Druck. Der Chef kommt mit der Wasserpumpenzange und ich geh erst mal in Deckung . Er grinst mich an, total normal. Nach dem guten Essen und einigen Gläschen Wein gehen wir erst mal heim zur Siesta.

Abends gibts Pizza

Adios Nerja 








Dienstag, 2. Januar 2024

 Dienstag, 02.01.2024, Nerja 

Gegen Mittag latschen wir in die Stadt, wir suchen den Hühnerladen. Wienerwald von Nerja. Wir finden zwei, beide zu. Gut dann eben Tapas und Wein. Der Sevilliano ist völlig überfüllt, sind doch noch viele Neujahrstouristen hier. Wir nehmen eine Bar weiter, die Tapas sind mäßig, aber gegenüber ist ein gefragtes Restaurant, mit Garten und Platz in der Sonne. Man steht Schlange und wir können den Touristenzoo betrachten. Schön. Dann geht’s weiter durch Gassen, die wir noch nicht kennen. Plötzlich ist der Wienerwald vor uns, na also, geht doch. Leider nur Togo, egal, wir nehmen das halbe Hähnchen und gehen in den Park. 













Anschließend laufen wir noch zum Chiringuito und nehmen ein Bier und einen Wein. Ein Wiener nebenan will eine Frau mit seinen spanischen Sprachkenntnisse beeindrucken. Mich beeindruckt er nich wirklich. Ein anderer Kerl zieht seine Aufmerksamkeit auf sich. Er kommt zum Strand, entkleidet sich bis auf eine Badehose und geht, ohne zu Zucken, ins Wasser. 15‘ sagt das Thermometer. Brrrr. Der bleibt eine Ewigkeit im Wasser, kommt dann raus , telefoniert und läuft mit nasser Hose am Strand auf un ab. Der ist schmerzfrei. Heute bläst ein kalter Wind, wir gehen heim. 

 Montag, 01.01.2024, Nerja 

Heute wird mal nicht viel passieren. Ausschlafen und dann auf der Dachterrasse faul rumliegen. Abends gehen wir dann kurz zum Strand um den ersten Sonnenuntergang f2024 zu sehen. Dann ist Tatort und früh ins Bett. Auch wir sind älter geworden. 

Gute Nacht Nerja 







 Sonntag, 31.12.2023, Nerja 

Der letzte Tag im Primzahl-Jahr. Ein verrücktes Jahr. Fast die Hälfte des Jahres waren wir auf Reisen, das war gut so, denn zu Hause war dann ständig Ärger. Mal mit unseren Mietern, mal mit zu viel Wasser im Haus. Freunde sind erkrankt Einigen mussten wir auf dem Friedhof den letzten Gruß mitgegeben. Traurig.

Lassen wir das Alte hinter uns, es kann nur besser werden.

Gegen Mittag machen wir einen Spaziergang am Strand. Am Chiringuito treffen wir auf zwei deutsche Pärchen. Die wohnen im 4 Sterne Hotel und sind total angepisst, weil das so eine Massenabfertigung ist, aber sie sind jetzt, nach 5 Tagen, auch mal im Ort gewesen und sind begeistert . Ohhh, die haben sich aus ihrer sicheren Komfortzone mal rausgewagt und die fremde Welt hat sie nicht gefressen. Heute Abend ist großes Fest im Hotel, da müssen sie sich noch aufbrezeln. Was wir denn so machen, ob wir was gebucht hätten. Witzig, bei gefühlt 200 Restaurants in Nerja, wird es wohl auch für uns was zu essen geben und Party ist sicherlich in der Stadt. Typische Frühbucher.

Im nächsten Chiringuito trinken wir dann noch einen Rosé. Es ist richtig heiss. Da müssen wir noch einen nehmen. Ziemlich angeschickert wanken wir heim und legen uns erst mal hin. Siesta.





Der Abend beginnt mit Hindernissen. Das Steakhouse, das Horst sich ausgesucht hat ist geschlossen. Ca. 2 km von uns entfernt, an der playa Burriana, hier ist Totentanz, wogegen im Ort schon die Bühne aufgebaut ist und die erste Band spielt. Wir finden ein anderes Steakhouse, essen kein dry agerd Wagu Steak. Auch Wurscht. Dann zurück in die Stadt. Auf dem großen Platz ist eine Bühne aufgebaut und zwei große Stände, die Getränke verkaufen. Ein großes Bier, ein Rotwein 5,50 € . Das geht doch.

Auf der Bühne stehen 4 Musiker, zwei um die 30, die anderen beiden im Rentenalter und man spielt „Marina“. Na super. Vor der Bühne trommelt mir der Bass ständig in den Magen, also stellen wir uns seitlich hin. Plötzlich fangen die Opies an zu rappen, was das Zeug hält. Unglaublich, da verrappen die alte spanische Gassenhauer. Der Platz tobt. Kurz vor Mitternacht kommt ein aufgebrezelt Pärchen und erklimmt die Bühne. Vorher wurde der Zugang zur Bühne mit Polizeiband abgesperrt. Ich hatte jetzt Antonio Banderas erwartet, aber nicht dieses Prinzenpaar in zu engen Klamotten. Überhaupt trägt der spanische Mann gerne figurbetonte Anzüge, Marke Wurschtpelle. Drei junge Männer stehen hinter mir und ich muss lachen, die halten das für freundliche Anmache, aber mich amüsiert ihr Outfit. Sie tragen Satinanzüge in blau, grün und fuchsie. Im Kopf nenne ich sie sofort Tick, Trick und Track. Also das Pärchen auf der Bühne erklärt nun den Brauch mit den 12 Weintrauben. Jeder, der etwas auf sich hält, hat 12 Weintrauben dabei, die er bei den 12 Glockenschlägen runterwürgen muss, sonst böses Karma. Für diese 12 Glockenschläge haben sie sich eine deutsche Glocke aus dem Netz gestohlen. Das spanische BimBim wäre blöd. Die Prinzessin zerrt an ihrem schwarzen Kleid, das sehr hoch geschlitzt ist, man sieht das knappe Höschen darunter, sie ist ordentlich rasiert. Punkt Mitternacht würgen alle ihre Trauben runter, prosit Neujahr. Ein gewaltiges Feuerwerk startet, Konfettis aus allen Kanonen. Danach spielt die Rentnercombo wieder auf. Sie erklären einen Tanz, so mit Arme hoch, zur Seite, Schritte links, Schritte rechts. Die Spanier lieben diese Linedance Kultur, schließlich haben die auch Macarena erfunden. Da ich nicht auf solche Tänze stehe, zappel ich so für mich. Einigen jungen Spaniern fällt das auf und sie versuchen mir diesen Tanz näher zu bringen. Horst verdrückt sich, um Getränke zu holen. Die Kerle schauen mich fragend an. Ich erkläre Ihnen, der wüsste jetzt heim ins Bett. Die schauen mich entgeistert an. Wir tanzen weiter und als Horst wieder auftaucht, merken sie, dass ich geschummelt habe. Als die Rentnercombo geht, es ist inzwischen 1 h, wir verabschieden uns, wünschen uns alles gute und Adios.

Der Platz lichtet sich ein wenig und auch wir machen uns auf. Da betritt eine Wuchtbrumme die Bühne und röhrt gleich los. Eine Stimme wie Adele. Sie bewegt sich sehr gekonnt und singt in allen Tonlagen. Da können wir noch nicht heim. Wir stehen jetzt gegenüber der Bühne und ich ergatterte einen Stehplatz auf einer der Marmorbänken. Jetzt kann ich auch was sehen, vor allem die vielen fröhlichen Menschen. Der Platz ist noch immer voll. Im Fenster eines Zimmers in der ersten Etage tanzen einige Leute auf dem vergitterten Balkon, wirkt wie Cagedance, private Show. Im laufe der Vorstellung zieht die Dame ihr knappes Höschen aus und schleudert es ins Zimmer. Ohlala. Man sieht nichts, aber die Vorstellung, die hat jetzt kein Höschen mehr an, ist für einige Kerle sehr aufregend. Mit Zungenvorführungen machen sie auf ihre Begeisterung aufmerksam. Bei Highway to hell und nothing compares to you und proud Mary, bring die Wuchtbrumme den Platz zum kochen. Sie bedankt sich bei den Leuten, die hier am Platz wohnen und nicht schlafen können, wirft ein paar Handküsse und ist weg. Es ist jetzt 3 h. Ein DJ macht sich nun bereit, um uns den Gnadenstoß zu geben. Mit einer Gruppe Schweden rocken wir weiter. Um kurz vor 4 h ist dann endgültig Schluss und wir dürfen heim. Tanzen wird auch immer schwieriger, der Boden ist mit einer klebrigen Schicht aus Konfetti und Weintrauben, Cocktails und Sekt dick bedeckt. Was eine großartige Party.

Guten Morgen Nerja 







 



 Freitag, 06.03.2026, Bremerhaven,  Unglaublich diese Stadt, die eigentlich nur Hafen sein sollte, aber die Architektur ist sehr schick.