Montag, 2. Oktober 2023

 Montag, 02.10.2023, Himare, Albanien 

Heute sollte unser letzter Tag hier sein. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Nachbarn, die fahren heute für einen Tag nach Gjirokaster. Da wollen wir auch noch hin. Dann machen wir eine Bootsfahrt entlang der Küste. Wir sind 10 Leute auf dem Boot und los geht’s. Wir stoppen an einigen kleinen Stränden und schwimmen in diesem türkisblauen Wasser. Wenn ich an das Meer in Vlora denke, frag ich mich, ob das das selbe Meer ist. Glasklar und kein Müll, another day in paradise. Man sieht die Küste mit anderen Augen, herrlich. Überall luken auch hier die kleinen Bunker aus dem Gestrüpp. Die wurden nach 1948 erst gebaut, da war der zweite Weltkrieg schon zu Ende. Aber der damalige Diktator wollte sicher sein, dass hier niemand herkommt. Oder er hat die Bunker gegen das italienische Bunga Bunga gebaut. Unser Bootsmann bringt uns auch zu einigen Höhlen, durch die man durch kann und an anderer Stelle wieder rauskommt. Traumhaft.

Nach der Bootsfahrt entscheiden wir spontan noch einen Tag zu bleiben um ein Kajak zu mieten und auf eigene Faust an der Küste entlang zu schippern. Freddy‘s Frau ist so nett und wäscht unsere Wäsche .

Abendessen bei Dimitra und eine sehr lustige Unterhaltung, die ist auch weit rumgekommen in der Welt. Man unterschätzt manchmal die einfachen Leute.

Gute Nacht Himare 











Sonntag, 1. Oktober 2023

 Sonntag, 01.10,2023, Himare, Albanien 

Ich werde um 8 h wach und sage mir im Stillen die drei magischen Worte „ nie wieder Alkohol“

Ich stehe auf und hadere mit mir, schwimmen oder weiterschlafen. Ich sehe die junge Frau am Strand schon beim Yoga und die Französin von nebenan watschelt auch zum Strand. . Also los, Bikini an, Handtuch und raus. Leider ist die junge Frau schon fertig mit Yoga. Die Französin krabbelt auf allen Vieren aus dem Wasser, brrr tres froid. Gut, genau das was ich jetzt brauche. Ich beginne mit Atemübungen und gehe langsam zum Sonnengruss über. Die Frau steht keinen Meter von mir entfernt und schaut mich fassungslos an. Sie sieht nicht so aus, als hätte sie Anspruch auf ein Sportabzeichen. Ich kann mich gar nicht richtig ausdehnen, so dicht ist die neben mir. Ich ziehe meine Morgenroutine durch und bedanke mich am Ende bei mir, der Sonne und dem Universum. Namaste.  Sie faltet jetzt auch die Hände und verbeugt sich vor mir. Das war echt schräg. Dann geh ich ins Wasser und genieße es. Als ich ins Hotel zurückkomme sitzt der Opa schon da und will mit mir Kaffee trinken. Ich gestikuliere ihm, nee, erst duschen. Als ich dann, nach 15 Minuten wieder runter komme, sitzt Opa mit dem Franzosen am Tisch und sie haben neben der Kaffeetasse noch ein Glas Raki stehen. Na Mahlzeit. Opa will mir auch einen Schnaps geben, aber ich lehne ab. Die anderen Nachbarn, die gestern Abend auch dabei waren trudeln ein. Sie trägt Sonnenbrille, ich auch, besser so. Wir kichern noch ein bisschen über den lustigen Abend und Horst kommt mit den Croissants. Nach dem Frühstück will Horst auf den Berg. Ich nicht. Er geht und ich schreibe Blog. Als er zurück kommt schwärmt er von der tollen Aussicht. Nach der Siesta latschen wir zur Promenade und essen einen Hamburger. Auf dem Rückweg treffen wir die junge Frau und den Australier von gestern. Wir quatschen kurz. Die Kellnerin von unserer. „Stammkneipe“ ruft uns auch ein Worte zu. Es kommt uns vor, als würden wir hier schon lange leben. Die Leute kennen uns und winken uns freundlich zu. Zum Abendessen sind wir in dem Fischrestaurant, bei Freddy, verabredet. Es wird wieder ein sehr netter Abend. Freddy hat extra albanischen Bohneneintopf gemacht, sehr lecker. Danach gibts Tintenfisch Salat. Freddy steht morgens um 5 h auf und fängt Fische, angeblich mit der Harpune, deshalb weiß man auch nie welcher Fisch auf die Karte kommt. Frischer geht es nicht und kochen kann er auch.

Gute Nacht Himare 








 Samstag , 30.09.2023, Himare, Albanien 

Für heute ist ein schöner Ausflug geplant, wir haben Hochzeitstag, 47 Jahre Krieg und Frieden.



Wir fahren die Küste entlang Richtung Süden. Vorbei an herrlichen Buchten, atemberaubende Ausblicke und Einblicke in das reale Leben. Auf den allmählichen Bergwiesen luken  immerwieder kleine Steinkuppeln aus dem Gestrüpp, Bunker. Albanien ist gespickt damit, aus gutem Grund. In einer Bucht entdecke ich ein riesiges Metalltor. Eine U-Boot-Garage. Wäre ein gute Kulisse für den nächsten Bondfilm. 






Wir durchfahren ein riesiges Tal, es erinnert uns an Citrusdal in Afrika. Weite Obstplantagen und korrekt angelegte Olivenhaine. An der Straße entlang immerwieder kleine Verkaufsstände mit heimischen Produkten, Honig, Wein, Schnaps, Obst. Die Leute betrachten uns misstrauisch , mit unserer knallroten Karre wie vom anderen Stern. Aber wenn ich Ihnen zuwinke, freuen sie sich und rufen uns, ich nehme an, nette Grüße nach.









Zwischen Saranda und Ksamil liegt ein großer See, oder  Bucht. Hier werden Austern und Muscheln gezüchtet. Wir wollen zu einer alten römischen Siedlung, Butrinti. Das Navi spinnt und wir stoppen an einem Parkplatz, mit Aussichtsplattform. Ich betrete das wackelige Ding. Mittendrauf liegt ein gebrauchtes Kondom. Eine Gruppe junger Männer folgt mir und ich frage sie, ob hier was vergessen haben, ich zeige auf das Kondom. „Nein, nein, das waren wir nicht, ich will das gar nicht anschauen“ . Es sollte ein Witz sein, aber die jungen Kerle sind peinlich berührt. Ich sag dann nix mehr und wir fahren weiter.. Die römische Siedlung ist leicht zu finden. Viele Reisebusse parken davor. Das Weltkulturerbe ist mäßig interessant, zudem es auch weitgehend ungepfegt wirkt. Sicherlich sind wir verwöhnt, die Saalburg in der Nähe und Pompei haben wir auch schon gesehen. Die jungen, denen das Kondom nicht gehört sind auch hier und machen höflich einen Bogen um mich. 















Wir fahren nach Ksamil. Horst sucht ein bestimmtes Steakhouse. Der Strand von Ksamil ist zugestellt mit Sonnenliegen und Schirmen. Außerdem einige abgetrennte VIP Bereiche mit Balibetten und Sektkühlern. Hier trifft sich die Schickimicki Gesellschaft. Einige sehr hübsche Mädels mit schicken textilarmen Badeoutfits, andere in Öl eingelegte Schwergewichte, dazu fallen mir nur die Toten Hosen ein, „ schieb den Wal zurück ins Meer“  am türkisblauen Horizont liefern sich einige Jungs ein Waterscooter-Rennen. Ich mache keine Fotos.

Wir finden das Steakhouse, geschlossen. Mist. Gegenüber bietet man Lammkoteletts an. Das nehmen wir, es war sehr lecker. Geplant war noch ein Abstecher nach Saranda, das schenken wir uns. Wieder 1 1/2 h die Küstenstraße entlang. Horst genießt die Kurven, ich kralle mich fest. Zur Belohnung wird dann der Mustang per Hand gewaschen, innen und außen, für ca 9 €. Autoreifen werden hier übrigens nachhaltig entsorgt. Man baut sie in die Randstreifen der Landstraße ein, befällt sie mit Erde, das Grün wächst dann von alleine. Wie immer latschen Schafe   Pferde, Kühe, Ziegen und Esel auf der Straße rum.








Was hab ich immer ein Geschiss mit meinen Koppelzäunen gemacht, völlig überbewertet.





Im Hotel quatschen wir noch ein bisschen mit Freddy.  Er arbeitet für Vodafone und ist Herr über 95 Sendemasten  Er muss immer erreichbar sein. 

Zum Abendessen latschen wir zur Promenade. Wir entscheiden uns heute mal für die zweite Reihe. Gute Wahl. Ein kleines Fischrestaurant soll’s sein.  Am Nebentisch unterhält sich ein Pärchen und ich erkenne der australischen Akzent. Ich quatsche ihn an und wir unterhalten uns. Die junge Frau fragt mich nach einer geraumen Weile, woher wir denn kommen, ich hätte auch so einen Akzent. Ja, Deutschland, Heiterkeit kommt auf, sie ist aus Köln. Immerwieder das selbe, vier Leute unterhalten sich, drei Deutsche und ein Englisch sprechender. In welcher Sprache redet man?  Da kommt noch das Pärchen, das auch in selben Hotel wohnt, wie wir. Es wird ein sehr lustiger Abend, incl Absacker an der Strandbar.

Gute Nacht Himare 





 Freitag, 06.03.2026, Bremerhaven,  Unglaublich diese Stadt, die eigentlich nur Hafen sein sollte, aber die Architektur ist sehr schick.